Kirche
Gedenkstein
Spielplatz
Tierleben
Sportplatz
Kreinitzer Jahreszeiten
Kirche

Kreinitzer Kirche

Kreinitzer Kirche „St. Katharina“

Jedem aufmerksamen Besucher fällt der über den Ort hinausragende schlanke Turm der Kreinitzer Dorfkirche, ungewöhnlich in Form und Farbgebung auf, gleich, ob man ihn von den Höhen bei Strehla, vom Schiff oder der Umgebung aus betrachtet.
Die Kreinitzer Kirche, welche ursprünglich bis in die zweite Hälfte des 17. Jh. am südlichen Ende des Dorfes, nahe dem Elbufer stand, hatte unter den sich oft wiederkehrenden Hochwassern unaufhörlich schwer zu leiden. Im 16. Jh. war die Kirche „gänzlich durch den Elbestrom versenkt worden“. Mitte des 17.Jh. sei sie durch ständige Überschwemmungen völlig unterwaschen und zerstört gewesen.
Der Kirchenneubau, wie auch die Dorfstraße wurden auf die östliche Dorfseite verlegt, um sie in Zukunft vor den Fluten der Elbe zu schützen.
Noch heute erinnert an den Standort der ältesten Kreinitzer Kirche eine kleine Bodenvertiefung, die im Volksmund die „Kirchpfütze“ genannt wird.
Die alte Kirche, die vor der Reformation in Kreinitz stand, war der Schutzheiligen „St. Katharina“ gewidmet. Diese Bezeichnung war als dem Papsttum angehörig, offenbar nicht erwünscht gewesen.
Obwohl die neue Kirche der „Heiligen Dreieinigkeit“ geweiht wurde, trägt sie noch heute den Namen „ St. Katharina“.
Pfarrer Heyme (1824 – 1953) vermerkte, dass „Krainitz“ mit „St. Katharina“ in Verbindung gebracht werden könnte. Eine Ableitung „Katharinitz“ wäre also denkbar.
In unmittelbarer Nähe der Kirche steht das Pfarrhaus, welches 1887 neu erbaut wurde.

Aktuelle Ansicht

Kreinitzer Kirche 



Schwesterkirche

Bemerkenswert ist, dass nach dem Vorbild der Kreinitzer Kirche 1907 - 1911 im Süden Brasiliens, in der Stadt Sao Leopoldo im Staat Rio Grande do Sul, einer Stadt 34 km nördlich der Hauptstadt Porto Allegre, von deutschen Einwanderern die so genannte „Schwesterkirche“ erbaut wurde.
Die Bauunterlagen wurden durch das Gustav-Adolf-Werk für diesen Kirchbau genutzt.

nach oben

Kirche in Sao Paulo

Ansichten der Schwesterkirche 



Orgel

Die Orgel wurde 1895 von Fa. Eule- Bautzen gebaut. Sie wurde im
Krieg stark beschädigt. 1957 wurde sie repariert und wieder bespielbar.
Da die Kirche lange nicht nutzbar war, litt auch die Orgel sehr stark.
Es fehlen u.a. mehrere Pfeifen. Nach der Wiedereinweihung der Kirche
1994 wurde die Orgel provisorisch repariert, damit sie überhaupt spielbar
ist.


Kreinitzer Orgel 



Das Pflugksche Wappenschild 



Zur Geschichte

Geschichte der Kreinitzer Kirche

1260 hat Kreinitz dem Kloster Nimbschen Zins entrichtet

1310 Thilemannus sacerdos de Crinicz (Pfarrer Thielemann in Kreinitz) erwähnt

E. 15.Jh. war bereits eine Kirche in Elbnähe vorhanden

1540 eigenes Pastorat

16. Jh. Die Kirche zu Kreinitz ist „gänzlich durch den Elbstrom versenkt worden“

17. Jh. Mitte des Jh. war die Kirche „durch ständige Überschwemmungen gänzlich unterwaschen und zerstört“ gewesen.

1667 am 20.05.1667 wurde durch Herrn Kirchenpatron Otto Heinrich Pflugk auf Kreynitz und Altbelgern der erste Grundstein zur neuen Kirche mit Holzturm in Dorfmitte feierlich gelegt und auf dem heutigen Standort ein Kirchenneubau begonnen

1670 am 20.11.1670 wurde die neue Kirche eingeweiht

1762 war am Turm schon eine Reparatur nötig

1774 musste der Kirchturm wegen großer Baumängel und besorglichen Einsturzes ganz abgetragen und wieder aufgebaut werden.

1776 war der Turm vom Viereck ins Achteck übergehend mit Durchsicht und Kuppel vollendet.

1831 durch Witterungseinflüsse hatte das Gebälk an der Frontseite und an der Kuppel so gelitten, dass Gefahr bestand. Für 500 Taler wurde es repariert. Die Kuppel mit Durchsicht und das ganze Achteck wurden abgerissen, der Glockenstuhl tiefer angebracht und der bleibende viereckige Turm mit einem einfachen Satteldach versehen.

1887 wird ein neues Pfarrhaus gebaut. Von diesem hat der Pfarrer von seiner Wohnung aus, infolge der freien Lage, einen Ausblick auf nicht weniger als 15 Kirchen (die am weitesten entfernte ist die Kirche von Wantewitz bei Priestewitz)
Kreinitz hat einen eigenen Pfarrer und mit Jacobsthal eine selbständige Parochie.
Bis dahin stand Kreinitz als Schwesterkirche im Parochialverband mit Lorenzkirch als Mutterkirche.

1891 ein ganzes Ziegelfeld stürzt aus dem Turmgiebel, andere Felder folgten nach, der Turm hatte sich verschoben. Der Haupteingang musste gesperrt werden. Das Geläut mit 3 Glocken wurde untersagt, um den Turm nicht zu erschüttern.

1894 am 15. Juli wurde in der alten Kirche nach 224 Jahren der letzte Gottesdienst gehalten und tags darauf begann der Abbruch
im August wurde mit dem Neubau begonnen.

1895 wurde der Kirchenneubau in der heutigen Form beendet und am 11. November geweiht

1940 Anfang des Krieges wurden 2 große Bronzeglocken aus dem Jahre 1858 heruntergeholt und für Kriegszwecke eingeschmolzen.

1945 im April war die Kirche Beobachtungsstand des Befehlshabers der in unserer Gegend operierenden Einheit der Roten Armee mit Oberstleutnant Gordejew.
Geschosseinschläge von Handfeuerwaffen am Kirchenschiff erinnern noch heute an diese Tage

1953 wurde die Schiefereindeckung teilweise erneuert. Da keine Kupfernägel vorhanden waren, stellten sich bald Dachschäden ein.

1954 wurde das Deckengewölbe aus Holz ausgebessert sowie die Kirche innen renoviert

1957 wurde das Glockenspiel durch zwei neue Glocken wieder vervollkommnet und unter großer Anteilnahme der Gemeinde geweiht

1983 wurde mit einer dringend notwendigen Reparatur des Turmes begonnen

1990 wurde die Außensanierung im Wesentlichen abgeschlossen

1992 Beginn der Innenrestaurierung

1995 100 jähriges Jubiläum mit Festgottesdienst zur Wiedereinweihung der restaurierten Kirche



1998 wurde die Kirchturmuhr nach mehr als 20 Jahren durch die Fa. Höppner aus Pirna wieder restauriert. Das Zifferblatt wurde originalgetreu wieder hergestellt. Das Schlagwerk wurde mit einem elektrischen Antrieb versehen. Pünktlich zum Ostersonntag schlug die Uhr wieder zu jeder halben und vollen Stunde.

anlässlich des Festgottesdienstes zur 700-Jahrfeier des Ortes wurde die erste Glocke elektrifiziert, sodass auch das Läutwerk wieder teilweise funktionierte

2003 wurde das gesamte Geläut elektrifiziert

nach oben