Eröffnung

Eröffnungsfeier am 25.04.2010

Museum der Begegnung in Kreinitz eröffnet

Am 25. April 2010 öffnete das Kreinitzer Museum zum 1. Mal seine Tür der Öffentlichkeit. An diesem herrlichen Frühlingstag, den Tag genau nach 65 Jahren, als in Kreinitz die historische Begegnung russischer und amerikanischer Truppen an der Elbe stattfand, wurde eine Vision des Vereins Wirklichkeit..
Hinter den aktiven Vereinsmitgliedern und fleißigen Helfern lag eine arbeitsreiche Zeit, die durch die Anteilnahme der vielen Bürger, Interessierten und Gäste zur Eröffnung überreichlich belohnt wurde.

Die niedrigen Temperaturen, die durch den langen Winter noch im Saal vorhanden waren, stiegen mit Zunahme der Besucherzahl rasant an. So wurde es mit dem Auftritt des kleinen Orchesters der Musik- und Kunstschule Riesa, in dessen Mitte die 11-jährige Kreinitzerin Elisabeth Hahn, allen Anwesenden nicht nur warm ums Herz. Eine festliche Stimmung verbreitete sich im Raum.

Der Vereinsvorsitzende Lothar Schubert begrüßte alle auf das herzlichste, insbesondere auch unser Ehrenmitglied des Kulturvereins Dorle Körnig, der es zu verdanken ist, dass Kreinitz seinen Platz in der Geschichte nachweislich dokumentieren kann. In jahrzehntelanger Arbeit erforschte sie mit interessierten Schülern in der AG „Junge Historiker“ u.a. die historische Begegnung an der Elbe. Durch sie erhielt der Kulturverein Kreinitz die Inspiration, alljährlich mit einer kleinen Gedenkveranstaltung an dieses historische Ereignis zu erinnern.
Als Initiator des Schul- und Heimatmuseums in der ehemaligen Mittelschule Kreinitz hat sie den eigentlichen Grundstein für das Geschaffene gelegt und weiß es mit der Eröffnung des neuen Museums in guten Händen.
Vergangenheit zu bewahren und aus den Ereignissen von damals zu lernen, diesen Gedanken, aber auch ihre Verbundenheit und Heimatliebe hat sie in ihrem Gedicht „Kreinitzer Spaziergänge“ zum Ausdruck gebracht, welches von Nadine Huth vorgetragen wurde. Den „Spaziergang“, durch Bilder unterlegt, konnten die Besucher gedanklich verfolgen und so mancher war von diesem Vortrag sichtlich gerührt.

Mitten in die Begrüßungsrede bahnte sich Rüdiger Schwark den Weg zur Bühne. Er überbrachte herzliche Grüße vom Torgauer Elbe-Day und hob die Bedeutung des Museums für die Stellung von Kreinitz in der Geschichtsschreibung in seinen Grußworten hervor.
Der Militärhistorische Verein habe den Kahn von Strehla aufbewahrt und freue sich auf die Zusammenarbeit in Vorbereitung des 70. Jahrestages.
Während draußen die Sonne lachte, erklangen zur Feierstunde im neu renovierten Saal Frühlingslieder des Heimatchores Jacobsthal unter musikalischer Leitung von Karl Haffner und gaben der Eröffnungsveranstaltung den festlichen Rahmen.
Zuvor aber waren die Jüngsten an der Reihe. Die Kinder der Kreinitzer Kindertagesstätte „Tausendfüßler“ hatten mit ihren Erzieherinnen ein kleines Programm für unser großes Ereignis eingeübt. Mit ihrem Lied von der kleinen weißen Friedenstaube brachten sie den Wunsch aller zum Ausdruck und auch den strahlenden Sonnenschein hatten wir sicher ihrem so oft geübten Lied „Immer lebe die Sonne“ und den schönen Zeichnungen zu verdanken. Auch der Auftritt unserer Kindergarten- und Hortkinder hat sich zu einer alljährlichen Tradition entwickelt und das soll auch so bleiben.
Allen großen und kleinen Sängern und Musikern an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.

Joe Polowsky, dessen Sohn Ted mit Frau und Tochter am späten Nachmittag noch in Kreinitz eintraf, um unser kleines Museum zu besichtigen, hatte vor 65 Jahren den Schwur an der Elbe „ Nie wieder Krieg“ ausgesprochen. Er ist im Kreinitzer Gedenkstein eingemeißelt.
Gerhard Förster betonte in seiner Rede, dass sich Kulturverein und Ortschaftsrat mit der Einrichtung des Museums verpflichtet haben, diesen Schwur weiter zu tragen und nachfolgende Generationen immer wieder daran zu erinnern, da es immer weniger Zeitzeugen geben wird.
Die Eröffnung ist das Ergebnis eines großen gemeinschaftlichen Engagements.
Als mit Schließung der Kreinitzer Grund- und Mittelschule das Gebäude abgerissen werden sollte, stand fest: „Das Museum muss in Kreinitz bleiben.“
Die Herrichtung des seit 40 Jahren leer stehenden Saales wurde dabei als einzige Alternative gesehen. Nachdem der Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Gerhard Förster dieser Idee zugestimmt hatte, wurden die ersten Pläne entworfen. Als mit Unterstützung des Elbe- Röder-Fördervereins über das Programm ILEK Fördermittel bewilligt waren, galt es, dass Projekt durch den Kulturverein umzusetzen. Dank gilt neben der Agrargenossenschaft unserem Vorstandsmitglied Karin Naumburger, welche von Anfang an die Verwirklichung der Pläne im Auge behielt, auf die Einhaltung der Termine in den einzelnen Abschnitten drängte, den Umbau plante und die Arbeiten koordinierte.
Die unmittelbare Lage des Museums am Elberadweg bietet die Möglichkeit, dass Kreinitz über seine lokalen Grenzen hinaus bekannt wird und viele Radwanderer und Touristen die Botschaft mitnehmen, dass es in unserem kleinen Ort etwas Besonderes gibt.

Danach erfolgte die Schlüsselübergabe von der Agrargenossenschaft an den Kulturverein.
Gerhard Förster äußerte dabei die Bitte an die Gemeinderäte, zu erkennen, dass dieses Museum keine Privatangelegenheit von ein paar historisch interessierten Personen ist, sondern das der politische Weitblick vorhanden ist, das dieses Museum über die Grenzen des Ortes hinaus Bedeutung hat und auch am Leben erhalten bleibt, sollten irgendwann einmal schwierige Zeiten kommen.
Ein kleinerer Schlüssel wurde vom Vereinsvorsitzenden an Dorle Körnig weitergereicht, als Zeichen, dass das Museum für sie jederzeit offen steht.

Nach der feierlichen Übergabe gingen alle gemeinsam zur Blumenniederlegung am Gedenkstein. Begleitet wurde diese durch den Jacobsthaler Heimatchor mit dem Kreinitzer Lied, welches an diesem Tag erstmals in Kreinitz erklang.

Nach dem Kaffeetrinken, einem kleinen Imbiss und guten Gesprächen an der Elbe stand das Museum ab 17.30 Uhr zur Besichtigung und Führungen durch die Vereinsmitglieder offen, was rege genutzt wurde. Ted Polowsky kehrte noch einmal ans Flussufer zurück, an dem sein Vater vor 65 Jahren die Elbe mit einer Ziehfähre überquerte und schrieb sich nach der Besichtigung des Museums mit seiner Familie ins Gästebuch ein.

Besonderer Dank gilt Ulf Podbielski, der weder Zeit noch Mühe scheute nachdem er von unserem Projekt erfahren hatte und uns professionell bei der Gestaltung unterstützte. Ein großes Dankeschön auch der Diplom - Museologin Christine Hannemann für ihre fachliche Unterstützung.

B. Huth
Kulturverein Kreinitz e.V.




Endlich war es soweit

Einräumen des Museums - es wurde bis zum Vortag gearbeitet



volles Haus - alle Sitz- und Stehplätze waren vergeben



Schlüsselübergabe - Ortschaftsratsvorsitzender Gerherd Förster übergibt den Schlüssel an den Vorsitzenden des Kultiurvereines Kreinitz e.V. Lothar Schubert



Dank an Dorle Körnig - Sie legte mit ihrer Arbeit den Grundstein für das Museum



Herzlichen Dank an Herrn Podbielski - seine Hilfe bei der Plakatgestaltung können wir nicht genug würdigen



Der Jacobsthaler Heimatchor - auch mit dem Kreinitzer Heimatlied von Dorle Körnig



Am Denkmal - Kinder der Kita Tausendfüssler legen Blumen nieder



Ein besonderer Besuch - Ted Polowsky - Sohn von Joe Polowsky - im Gespräch mit Dorle Körnig



Eintrag ins Gästebuch - ein Andenken an Familie Ted Polowsky



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